03.03.2025


Die Amokfahrt am Mannheimer Paradeplatz: Rosenmontag 2025
Am Rosenmontag, den 3. März 2025, gegen 12:14 Uhr, raste ein Mann mit seinem Auto auf den Planken und über den Paradeplatz in eine Menschenmenge, die sich zum traditionellen Fastnachtsmarkt in der Mannheimer Innenstadt versammelt hatte. Zwei Menschen starben, 14 weitere wurden verletzt, vier davon schwer. Der Fall zeigt zugleich, wie schnell Zivilcourage eine noch größere Katastrophe verhindern kann.
Der Tathergang
Der Täter, ein 40-jähriger Deutscher, steuerte sein Fahrzeug gezielt in die Menschenmenge auf dem belebten Paradeplatz. Getötet wurden eine 83-jährige Frau und ein 54-jähriger Mann; unter den Verletzten befand sich auch ein zweijähriges Kind. Nach der Tat versuchte der Täter zu fliehen, wurde jedoch von einem aus Pakistan stammenden Taxifahrer gestoppt, der ihm mit seinem Fahrzeug den Weg versperrte und ihn zum Aussteigen zwang. Der Täter eröffnete daraufhin mit einer Gaspistole das Feuer auf den Taxifahrer und die eintreffende Polizei, bevor er versuchte, sich selbst durch einen Schuss das Leben zu nehmen. Er überlebte und wurde festgenommen.
Für seine entschlossene Zivilcourage wurde der Taxifahrer, Muhammad A., später mit dem Preis für Zivilcourage in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Kein politisches Motiv
Die Polizei Baden-Württemberg erklärte bereits kurz nach der Tat, es gebe keinerlei Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv. Der Täter selbst gab später an, familiäre und partnerschaftliche Probleme seien der Auslöser gewesen. Als zentrale Ursache der Tat wurde später eine während der Untersuchungshaft diagnostizierte Borderline-Persönlichkeitsstörung festgestellt.
Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich politische Kommentatoren diesen Fall im Nachhinein einordneten: Während einige Beobachter darauf hinwiesen, dass sich die Tat eines Deutschen ohne erkennbares politisches Motiv nur schwer für migrationskritische Erzählungen instrumentalisieren lasse, verwiesen andere auf einen Messerangriff, der sich knapp neun Monate zuvor, am 31. Mai 2024, ebenfalls in der Mannheimer Innenstadt ereignet hatte – dort hatte ein aus Afghanistan stammender Mann bei einer Kundgebung der islamkritischen Bewegung Pax Europa mit einem Messer auf den Infostand losgehabt. Beide Fälle unterscheiden sich damit grundlegend in Täterprofil und Motivlage, obwohl sie sich am selben Ort binnen weniger Monate ereigneten.
Die Reaktionen
Noch am Abend der Tat äußerten sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die eigens ihren Karnevalsbesuch in Köln abbrach, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) sowie Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) öffentlich betroffen zu dem Vorfall. Die Stadt sagte als unmittelbare Konsequenz sämtliche Fastnachtsumzüge in den Stadtteilen sowie die Straßenfastnacht in der Innenstadt ab, ebenso den Fastnachtsmarkt, an dem sich die Tat ereignet hatte. Auch mehrere große Kaufhäuser in der Innenstadt blieben geschlossen. Die Sängerin Maite Kelly sagte aus Respekt vor den Opfern ein zwei Tage später in Mannheim geplantes Konzert ab.
Das Urteil
Im Dezember 2025 verurteilte das Landgericht Mannheim den Täter wegen zweifachen Mordes und sechsfachen versuchten Mordes trotz festgestellter verminderter Schuldfähigkeit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Zusätzlich ordnete das Gericht seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sowie die Entziehung der Fahrerlaubnis mit lebenslanger Wiedererteilungssperre an. Das Urteil wurde noch im Dezember 2025 rechtskräftig.
