Ein Roulette-System auf Basis einer berühmten Zahlenfolge

Das Fibonacci-System gehört zu den bekanntesten negativen Progressionssystemen im Roulette.

Sein Name geht auf den italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci zurück, der im 13. Jahrhundert eine Zahlenfolge beschrieb, die heute weltweit bekannt ist.

Die Fibonacci-Folge lautet:

1 – 1 – 2 – 3 – 5 – 8 – 13 – 21 – 34 – 55 – …

Jede Zahl ergibt sich aus der Summe der beiden vorhergehenden Zahlen.

Das Fibonacci-System nutzt diese Zahlenfolge, um die Höhe der Einsätze nach Verlusten festzulegen.

Wie funktioniert das Fibonacci-System?

Das Fibonacci-System wird in der Regel auf Einfache Chancen gespielt, beispielsweise auf:

  • Rot oder Schwarz

  • Gerade oder Ungerade

  • Manque (1–18) oder Passe (19–36)

Die Grundregeln sind einfach:

  • Nach einem Verlust wird der Einsatz auf die nächste Zahl der Fibonacci-Folge erhöht.

  • Nach einem Gewinn geht man zwei Positionen in der Zahlenfolge zurück.

  • Erreicht man den Anfang der Folge, beginnt die Progression erneut bei 1.

Ein einfaches Beispiel

Grundeinsatz: 1 Einheit

CoupEinsatzErgebnisNächster Einsatz11Verlust121Verlust232Verlust343Verlust555Gewinnzurück auf 2

Nach einem Gewinn beginnt die Folge also nicht wieder von vorne, sondern springt zwei Schritte zurück.

Dadurch steigt der Einsatz deutlich langsamer als beim Martingale-System.

Die Idee hinter dem System

Das Fibonacci-System verfolgt dasselbe Grundprinzip wie viele andere Progressionssysteme:

Verluste sollen durch spätere Gewinne schrittweise ausgeglichen werden.

Im Gegensatz zum Martingale werden die Einsätze jedoch nicht verdoppelt, sondern deutlich moderater erhöht.

Dadurch fällt der Kapitalbedarf geringer aus und lange Verlustserien führen nicht ganz so schnell zu extrem hohen Einsätzen.

Die Vorteile des Fibonacci-Systems

Zu den häufig genannten Vorteilen gehören:

  • einfach nachvollziehbare Regeln,

  • moderat steigende Einsätze,

  • geringerer Kapitalbedarf als beim Martingale,

  • überschaubareres Risiko,

  • gut geeignet für Spieler, die eine weniger aggressive Progression bevorzugen.

Gerade deshalb gilt das Fibonacci-System als eines der beliebtesten Progressionssysteme überhaupt.

Die Nachteile des Fibonacci-Systems

Trotz seiner moderateren Einsatzentwicklung besitzt auch das Fibonacci-System klare Grenzen.

Längere Verlustserien führen zwangsläufig zu immer höheren Einsätzen.

Außerdem verändert das System nicht

  • die Wahrscheinlichkeiten,

  • die Auszahlungsquoten,

  • den Hausvorteil,

  • oder den Erwartungswert.

Der mathematische Nachteil des Spielers bleibt daher vollständig bestehen.

Fibonacci oder Martingale?

Beide Systeme gehören zu den bekanntesten negativen Progressionssystemen.

Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Einsatzentwicklung.

MartingaleFibonacciEinsatz wird nach jedem Verlust verdoppeltEinsatz folgt der Fibonacci-FolgeSehr schnelle EinsatzsteigerungLangsamere EinsatzsteigerungSehr hoher KapitalbedarfGeringerer KapitalbedarfHohes Risiko langer VerlustserienEtwas geringeres RisikoErwartungswert bleibt unverändertErwartungswert bleibt unverändert

Das Fibonacci-System gilt deshalb häufig als die vorsichtigere Alternative zum Martingale.

Die mathematische Realität

Das Fibonacci-System verändert ausschließlich die Höhe der Einsätze.

Es verändert nicht:

  • den Roulettekessel,

  • die Wahrscheinlichkeiten,

  • die Auszahlungsquoten,

  • den Hausvorteil,

  • oder den Erwartungswert.

Wie jedes andere Roulette-System kann auch das Fibonacci-System kurzfristig erfolgreiche Spielphasen erzeugen.

Langfristig bleibt der mathematische Vorteil des Casinos jedoch unverändert bestehen.

Die wichtigsten Fakten

  • Das Fibonacci-System ist ein negatives Progressionssystem.

  • Die Einsatzhöhe folgt der Fibonacci-Zahlenfolge.

  • Nach einem Gewinn geht die Progression zwei Schritte zurück.

  • Die Einsatzsteigerung erfolgt deutlich langsamer als beim Martingale.

  • Der Hausvorteil bleibt unverändert bestehen.

  • Kein Progressionssystem kann den Erwartungswert verändern.

Nächster Schritt

Im nächsten Modul lernst du das D'Alembert-System kennen. Dieses klassische Roulette-System verfolgt einen noch vorsichtigeren Ansatz und verändert den Einsatz jeweils nur um eine Einheit nach Gewinn oder Verlust.

➜ Nächstes Modul: Das D'Alembert-System

Modul 3 – Das Fibonacci-System