Modul 4 – Das D'Alembert-System

Ein klassisches Roulette-System mit moderater Progression

Das D'Alembert-System gehört zu den ältesten und bekanntesten Roulette-Systemen überhaupt. Es wird dem französischen Mathematiker und Philosophen Jean-Baptiste le Rond d'Alembert zugeschrieben und zählt zu den sogenannten negativen Progressionssystemen.

Im Gegensatz zum Martingale-System werden die Einsätze jedoch nicht verdoppelt, sondern lediglich um eine Einheit erhöht oder verringert.

Dadurch verläuft die Progression deutlich ruhiger und das finanzielle Risiko steigt langsamer an.

Wie funktioniert das D'Alembert-System?

Das D'Alembert-System wird überwiegend auf Einfache Chancen gespielt, zum Beispiel auf:

  • Rot oder Schwarz

  • Gerade oder Ungerade

  • Manque (1–18) oder Passe (19–36)

Die Regeln sind einfach:

  • Nach jedem Verlust wird der nächste Einsatz um eine Einheit erhöht.

  • Nach jedem Gewinn wird der nächste Einsatz um eine Einheit reduziert.

  • Der Einsatz fällt jedoch niemals unter den ursprünglich festgelegten Grundeinsatz.

Ein einfaches Beispiel

Grundeinsatz: 10 €

CoupEinsatzErgebnisNächster Einsatz110 €Verlust20 €220 €Verlust30 €330 €Gewinn20 €420 €Gewinn10 €

Im Vergleich zum Martingale steigen die Einsätze wesentlich langsamer an.

Dadurch lassen sich längere Verlustserien häufig besser verkraften.

Die Idee hinter dem System

Das D'Alembert-System basiert auf der Annahme, dass sich Gewinne und Verluste auf Einfachen Chancen langfristig ungefähr ausgleichen.

Nach einer Verlustserie wird der Einsatz deshalb schrittweise erhöht, um frühere Verluste mit späteren Gewinnen auszugleichen.

Nach einer Gewinnserie wird der Einsatz entsprechend wieder reduziert.

Diese sanfte Progression macht das System für viele Spieler attraktiver als aggressive Systeme wie das Martingale.

Die Vorteile des D'Alembert-Systems

Zu den häufig genannten Vorteilen gehören:

  • einfache und leicht verständliche Regeln,

  • deutlich langsamere Einsatzsteigerung als beim Martingale,

  • geringerer Kapitalbedarf,

  • geringeres Risiko extremer Einsatzhöhen,

  • angenehmeres Bankroll-Management.

Gerade Spieler, die größere Einsatzsprünge vermeiden möchten, schätzen dieses System.

Die Nachteile des D'Alembert-Systems

Trotz der moderaten Progression besitzt auch das D'Alembert-System klare Grenzen.

Längere Verlustserien führen zwangsläufig zu steigenden Einsätzen.

Außerdem verändert das System nicht:

  • die Wahrscheinlichkeiten,

  • die Auszahlungsquoten,

  • den Hausvorteil,

  • oder den Erwartungswert.

Der mathematische Nachteil des Spielers bleibt deshalb unverändert bestehen.

D'Alembert oder Martingale?

Beide Systeme gehören zu den negativen Progressionssystemen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Einsatzentwicklung.

MartingaleD'AlembertEinsatz wird nach jedem Verlust verdoppeltEinsatz wird nach jedem Verlust um eine Einheit erhöhtSehr schnelle ProgressionLangsame, gleichmäßige ProgressionHoher KapitalbedarfDeutlich geringerer KapitalbedarfSehr hohes Risiko langer VerlustserienGeringeres Risiko extremer EinsätzeErwartungswert bleibt unverändertErwartungswert bleibt unverändert

Das D'Alembert-System gilt daher als eine konservativere Alternative zum Martingale.

Die mathematische Realität

Das D'Alembert-System verändert ausschließlich die Einsatzhöhe.

Es verändert nicht:

  • den Roulettekessel,

  • die Wahrscheinlichkeiten,

  • die Auszahlungsquoten,

  • den Hausvorteil,

  • oder den Erwartungswert.

Wie alle Progressionssysteme kann es kurzfristig erfolgreiche Spielphasen erzeugen.

Langfristig bleibt jedoch der mathematische Vorteil des Casinos bestehen.

Die wichtigsten Fakten

  • Das D'Alembert-System ist ein negatives Progressionssystem.

  • Nach einem Verlust wird der Einsatz um eine Einheit erhöht.

  • Nach einem Gewinn wird der Einsatz um eine Einheit reduziert.

  • Die Progression verläuft deutlich moderater als beim Martingale.

  • Der Hausvorteil bleibt unverändert bestehen.

  • Kein Roulette-System kann den Erwartungswert verändern.

Nächster Schritt

Im nächsten Modul beschäftigen wir uns mit dem Labouchère-System. Dabei lernst du ein flexibles Progressionssystem kennen, das mit einer frei wählbaren Zahlenreihe arbeitet und einen anderen Ansatz zur Einsatzsteuerung verfolgt.

➜ Nächstes Modul: Das Labouchère-System