04.05.2026

Die Amokfahrt von Leipzig: Was am 4. Mai 2026 in der Innenstadt geschah

Am Nachmittag des 4. Mai 2026 erschütterte ein weiterer Vorfall mit einem Fahrzeug als Tatwaffe eine deutsche Innenstadt: In Leipzig fuhr ein Mann mit seinem SUV rund 450 Meter quer durch die belebte Fußgängerzone der Innenstadt. Zwei Menschen starben, mindestens sechs weitere wurden verletzt, zwei davon schwer.

Der Tathergang

Gegen 16:45 Uhr bog der Fahrer vom Augustusplatz beziehungsweise von der Goethestraße kommend in die Fußgängerzone ein und raste durch die Grimmaische Straße, am Markt vorbei und durch die Thomasgasse, wo das Fahrzeug schließlich an einer Reihe von Pollern zum Stehen kam. Nach Zeugenangaben war der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Der Vorfall ereignete sich unmittelbar vor den Toren der Universität Leipzig, die noch am selben Tag ein Statement veröffentlichte und für den Folgetag zu einer offenen Gedenkandacht in die Universitätskirche St. Pauli einlud.

Getötet wurden eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Bis zum 13. Mai 2026 konnten sämtliche weitere Verletzte aus der stationären Behandlung entlassen werden.

Der Täter und die Einordnung der Ermittler

Bei dem festgenommenen Fahrer handelt es sich um einen 33-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus dem Raum Leipzig, der noch am Tatort in seinem weißgrauen VW Taigo mit Leipziger Kennzeichen gestellt wurde. Nach Polizeiangaben befand sich der Mann zum Zeitpunkt der Festnahme in einem psychischen Ausnahmezustand. Die Ermittlungsbehörden ordneten die Tat ausdrücklich nicht der politisch motivierten Kriminalität zu. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt unter anderem wegen zweifachen Mordes und mehrfachen Mordversuchs; die genauen Hintergründe der Tat waren zum Zeitpunkt der ersten Ermittlungen noch Gegenstand laufender Untersuchungen.

Die Reaktion der Stadt

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zeigte sich bei seinem ersten Pressestatement sichtlich erschüttert. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) erschien persönlich zu einer noch am Abend einberufenen Pressekonferenz am Neuen Rathaus. Die Fraktionen des Leipziger Stadtrats gaben eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie betonten, in dieser schweren Stunde zusammenzustehen. Bereits am Abend versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an der Polizeiabsperrung in der Grimmaischen Straße und stellten Kerzen auf; in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt. Als unmittelbare Sicherheitsmaßnahme installierte die Stadt eine feste Zufahrtssperre zur Grimmaischen Straße, um ähnliche Vorfälle in der Fußgängerzone künftig zu erschweren.