28.07.2017

Hamburg, 28. Juli 2017: Der Edeka-Angriff von Barmbek

Am Nachmittag des 28. Juli 2017 betrat ein 26-jähriger Mann einen Edeka-Supermarkt im Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord, nahm ein Messer aus dem Warenregal und stach unvermittelt auf Kunden ein. Ein 50-jähriger Mann starb, fünf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Auf der Flucht wurde der Täter von couragierten Passanten mit Stühlen gestoppt und überwältigt.

Der Tathergang

Der Täter, ein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammender Palästinenser namens Ahmad Alhaw, entnahm das später als Tatwaffe genutzte Messer direkt einem Regal im Supermarkt. Nach der Tat flüchtete er in Richtung des Bahnhofs Barmbek, wurde jedoch von mehreren Zeugen verfolgt, mit Stühlen als Schutzschilden bedrängt und schließlich zu Boden gebracht. Ein 35-jähriger Mann wurde bei dem Versuch, den Täter zu überwältigen, selbst leicht verletzt. Die Polizei würdigte den Mut der beteiligten Passanten öffentlich.

Wer war der Täter?

Alhaw war 2015 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen; sein Asylantrag war zum Tatzeitpunkt bereits abgelehnt. Eine Abschiebung war jedoch nicht möglich, da er über keine gültigen Ausweispapiere verfügte. Hamburgs damaliger Innensenator Andy Grote erklärte zudem, der Mann sei psychisch instabil gewesen und in einer Islamisten-Datenbank registriert. Zeugen berichteten, der Täter habe während der Tat "Allahu akbar" gerufen.

Das Urteil

Das Hamburger Landgericht verurteilte Alhaw am 1. März 2018 wegen Mordes zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren praktisch ausschließt. Obwohl Alhaw sich während der Tat zum "Islamischen Staat" bekannte, fand das Gericht keine Beweise dafür, dass die Terrormiliz die Tat tatsächlich geplant oder unterstützt hatte – eine Anklage wegen Terrorismus erfolgte deshalb nicht.